Inverse Bestrahlungsplanung

Die inverse (umgekehrte) Bestrahlungsplanung ist eine konsequente Fortsetzung der 3D-Planung. Wo bei der 3D-Planung noch der Medizinphysiker durch Erfahrung und Probieren eine möglichst gute Anordnung der Bestrahlungsfelder herausfinden musste, kommen heute zusätzliche Computerprogramme zum Einsatz, die bei diesen Optimierungsaufgaben helfen. Der prinzipielle Ablauf ist zunächst ähnlich wie bei der 3D-Planung. Zuerst werden das Zielvolumen und die Risikoorgane im CT-Modell des Patienten eingezeichnet. Bevor aber der Bestrahlungsplan erstellt wird, muss zusätzlich sehr genau definiert werden, in welchem Risikobereich spezielle Dosiswerte nicht überschritten werden sollen. Nicht Medizinphysiker und Arzt geben Richtung und Form der Bestrahlungsfelder vor, sondern die Planungsprogramme. Wo die Vorstellungskraft des Menschen bei 5-10 Bestrahlungsfeldern endet, kann der Computer aus fast beliebig vielen Einstrahlrichtungen und Bestrahlungsfeldern den optimalen Bestrahlungsplan errechnen. Dank moderner Computergenerationen sind diese Berechnungsschritte heute in wenigen Minuten möglich. Damit gelingt es, auch komplexe und schlecht zugängliche Bereiche im Körper präzise und schonend zu bestrahlen.